Folgender Text basiert auf eigenen Recherchen in den drei Filmzeitschriften "Der Filmbote", "Das Kino-Journal" und "Die Filmwelt", deren Jahrgänge 1921 bis 1924, teils bis 1925, ich anlässlich einer Seminararbeit über Filmkritiken über jüdische Filme im Wien der 20er-Jahre gesichtet habe.
Sidney M. Goldin war, das geht aus einer Veröffentlichung von Ronny Loewy in der Zeitschrift des Filmarchiv Austria hervor (
1), wurde am 28. März 1877 in Odessa geboren. Andere Quellen, so schreibt er, würden zwar 1880 nennen, doch welche Quellen das sind, bleibt leider im Verborgenen. Wer Goldin nun eigentlich war, will ich hier nicht näher erläutern. Das kann in der
Wikipedia nachgelesen werden, wo ich bereits alle (zumindest die meisten - ab und zu aktualisiere ich es auch) im Internet auffindbaren Informationen zusammengetragen habe. Ich will hier lediglich neue Aspekte bezüglich Sidney Goldin, dem großen, vermutlich größten Regisseur des (frühen) jiddischen Films, einbringen - vor allem in Bezug auf Österreich, wo Goldin über mehrere Jahre hinweg Filme hergestellt hat.
Mein Zugang dazuBevor ich hier nun vermeintlich neue Erkenntnisse verbreite, möchte ich kurz auf den Forschungsstand, so wie er mir bekannt ist, eingehen. Was österreichische Publikationen zum jiddischen Film bzw. jüdischen (Stumm-)Film betrifft, scheint die Sache relativ überschaubar zu sein. Wird der jüdisch-/jiddische Filme (also Filme, die im jüdischen Milieu spielen) in österreichischer Filmliteratur angesprochen, so beschränken sich die Angaben im Wesentlichen immer auf die Nennung der von Sidney Goldin in Wien hergestellten Filme. Mitunter wird auch erwähnt, dass es eine Beziehung zum jiddischen Theater in Wien gab, und dass auch andere Personen und Firmen in Wien jiddische/jüdische Filme hergestellt hätten. Konkreter werden diese Angaben, die die Theaterforscherin Brigitte Dalinger u.a. in "Die Stadt ohne Juden" (Verlag Filmarchiv Austria, 2000) sowie in Armin A. Wallas' "Jüdische Identitäten in Mitteleuropa" (Niemayer, 2002) beigesteuert hat, jedoch nicht.
Andere deutschsprachige Publikationen zum jiddischen/jüdischen Film in Österreich sind mir nicht bekannt. Es gibt zwar von Armin Loacker in "Wien, Stadt der Juden" (Zsolnay, 2004) einen sehr gut recherchierten Beitrag über jüdische Filmproduzenten in Wien, jedoch kaum nähere Informationen zu Filmen, die im jüdischen Milieu spielen. Dann gibt es da noch Publikationen des Filmarchiv Austria, von denen ich leider nur einen Teil kenne, und auch nur wenige online zu finden sind, sowie diverse Festivalkataloge und -programme, die u.a. auch Quellen nennen, etwa deutsche Bücher und deutsche Zeitschriften aus den 80er- und 90er-Jahren, vorwiegend aus Frankfurt am Main. Hierzu habe ich jedoch (noch) keinen Zugang.
Mein Forschungsstand ist daher ausschließlich auf Bücher in österreichischen Bibliotheken sowie Internetquellen gestützt, was mein Wissen zu diesem Thema gewiss einschränkt. Wenn ich nun also etwas schreibe, von dem ich glaube, dass es neu ist, so ist es nur neu für Personen, die in Österreich leben und kaum bis gar nicht in deutschen oder anderen ausländischen Bibliotheken recherchieren - sprich: es ist neu für alle Nicht-Filmwissenschaftler, aber auch neu für alle interessierten Studenten, die bloß noch keine Gelegenheit hatten, deutsche Bücher oder Zeitschriften zum Thema zu lesen, oder amerikanische Bücher über den jiddischen Film (in Österreich auch nur sehr spärlich vorhanden) zu lesen. Dazu zähle auch ich mich. Und was ausländische Publikationen vermutlich kaum berücksichtigen können (evtl. noch die deutschen), sind die österreichischen Filmzeitschriften, die in diversen Wiener Bibliotheken herumliegen. Insofern spiele ich also sehr wohl mit dem Gedanken, zumindest in Details ein paar Neuigkeiten über Sidney M. Goldin veröffentlichen zu können. Dass im Internet auch in englischer Sprache nicht einmal das genaue Geburtsdatum zu finden ist (auch nicht auf Seiten, die sich auf jiddischen Film oder Film-Biografien spezialisiert haben, obwohl Goldin für den jiddischen Film mindestens die Bedeutung eines Fritz Lang für den deutschen Film der 20er- und 30er-Jahre hat), spricht allerdings dagegen, dass Goldins Biografie zumindest im englischen Sprachraum (insbesondere meine ich natürlich die USA) ein längst entschlüsseltes Rätsel wäre.
Im deutschsprachigen Raum, wo anlässlich von Vorführungen von Filmen Goldins seine Biografie häufig auf einen Satz beschränkt bleibt, dürfte seine Biografie jedenfalls noch weniger bekannt sein, wobei Ronny Loewy da offenbar mehr weiß und vermutlich auch schon irgendwo irgendwann publiziert hat, oder entsprechende Publikationen kennt. Da müsste man halt mal irgendwie nachforschen; bloß wird sich das bei mir in diesem Semester nicht mehr ausgehen :)
Sidney Goldin in ÖsterreichNun will ich aber mal konkreter werden. Sidney Goldin tauchte allem Anschein nach erstmals im Frühjahr 1921 in Wien auf
(etwa Ende Mai, denn der Bericht erschien in der Ausgabe Nr. 10 (ohne Datum) der zweiwöchentlich erscheinenden Zeitschrift "Die Filmwelt"), zumindest dürfte es der erste Wien-Besuch Goldins gewesen sein, der geschäftlich erfolgte und in der Filmbranche wahrgenommen wurde. So schrieb der Wiener Schauspieler Franz Höbling, wie er von der aufgeregten Schauspielerin Magda Sonja telefonisch von den Dreharbeiten Sidney Goldins im Wiener Astoria-Atelier (Marchfelderstraße 18, Brigittenau,
vgl. Inserat im Almanach der Film- und Kinoindustrie 1920, Wien 1919; abgebildet in: Elektrische Schatten, 1999, S. 67) erfuhr, wohin er sie sofort besuchen kommen sollte, da "alles da ist, alles will zuschauen, keiner darf hinein, alles voll neuer Lampen, Quecksilber, unerhörte Dekorationen, die ganze Nacht wird gedreht":
"Da stand ich dann vor dem Tore und ich muss sagen, mir ward ganz feierlich zumute! Nicht etwa, weil ich einmal bei einer Filmaufnahme (die allerdings ungewöhnlicherweise bei Nacht stattfinden sollte), nur zusehen durfte, sondern es ergriff mich ein eigentümliches Gefühl, als ich schon auf der Straße die Menschen dem Atelier zueilen und in den Mienen Spannung und Erregung sah, die sich in aller Mund zu einer Frage formte: 'Ich bin neugierig, was der Amerikaner machen wird!' Der Amerikaner, das war nämlich Mister Sidney Goldin, der erste amerikanische Regisseur, der in einem Wiener Atelier mit Wiener Künstlern arbeitet, um im Dollarlande zeigen zu können, dass wir armen Deutschösterreicher noch zu etwas zu gebrauchen sind ("Amerikanische Filmregie. Von Franz Höbling und Magda Sonja." Die Filmwelt, Jahrgang 1921, Nr. 10, S. 3 f.)
Aus diesem vermutlich ersten, oder zumindest einem der ersten Berichte in einem österreichischen Medium über Sidney Goldin lässt sich bereits mehrerlei, durch Hintergrundwissen über den österreichischen Film der 20er-Jahre gedecktes, ableiten:
1.) Die billigen Produktionsbedingungen aufgrund der hohen Inflation und der schwachen österreichischen Währung, der Krone, im Nachkriegsösterreich dürften auf jeden Fall eine Rolle für die Wahl Wiens als Produktionsland gespielt haben. Dass in einem Wiener Atelier "alles voll neuer Lampen" und "unerhörter Dekoration" ist, dürfte bei Franz Höbling jedenfalls einen gewissen Eindruck hinterlassen haben. Goldin, der aus dem "Dollarlande" kam, hatte, zumindest bei dem Wechselkurs, offensichtlich kein Problem, sich die Ausstattung und Technik etwas kosten zu lassen (Goldin war ja auch namens seiner eigenen Goldin Production in Wien tätig (
Filmhimmel Österreich, Nr. 42, 2006).
2.) Das vergleichbar große Interesse der österreichischen Filmzeitschriften an Goldin (sowohl
Der Filmbote als auch
Das Kino-Journal und
Die Filmwelt berichteten über Jahre hinweg immer wieder über Goldins neue Pläne, neue Filme, über seine Ankunft in und Abreise aus Wien, seine Hochzeit und sogar über sein "Herzleiden" - wobei die letzteren, detaillierten Informationen vor allem aus der "Filmwelt" stammen) ist vermutlich dadurch zu erklären, dass Goldin als amerikanischer Filmproduzent Balsam auf die von Minderwertigkeitskomplexen geplagte österreichische Seele, auch die Seele der Filmschaffenden, war. Wenn ein Amerikaner in Wien Filme herstellt, noch dazu mit Wiener Schauspielern und Stabmitgliedern, kann das nur als großes Kompliment an den österreichischen Film verstanden werden, wenngleich der finanzielle Faktor vielleicht entscheidender für die Wahl auf Wien war, denn jener der Qualität der Wiener Filmschaffenden und -infrastruktur. Goldin, so die Filmblätter, habe allerdings auch bereits in London, Paris und Prag Filme hergestellt
(so der Filmbote, Nr. 22, 1924).
Der Film, den Goldin 1921 im Astoria-Atelier mit Magda Sonja in einer Hauptrolle gedreht hat, heißt
Ihre Vergangenheit. In der Nr. 24 der Filmwelt des Jahres 1921 wurde schließlich die Fertigstellung bekannt gegeben. Der Filmstart erfolgte am 6. Jänner 1922 im Rotenturm-Kino.
(Filmhimmel, Nr. 42)Ost und West und Jiskor
Nach der Fertigstellung von
Ost und West reiste Goldin mitsamt dem Film nach New York, wo er den Film präsentiert hat und sich ein halbes Jahr dem
"Studium der neuesten Errungenschaften der Filmtechnik" gewidmet hat. (Kino-Journal, Nr. 720, 17. Mai 1924) Generell sei der Film in den USA gut gelaufen (und auch in einige andere Länder verkauft worden), so die Filmwelt, und generell würden "jüdische Filme" in den USA guten Absatz finden. Nach dem USA-Aufenthalt kehrte Goldin wieder nach Wien zurück, um mit den Vorbereitungen für
Jiskor zu beginnen:
"[...] ist dieser Tage aus New York wieder in Wien eingetroffen und beginnt in Kürze mit den Arbeiten zu einem historischen Film aus dem 18. Jahrhundert 'Lebendig begraben'. Sodann folgt der moderne Film 'Gebrochene Herzen'." (Filmwelt Nr. 20, 1924) "Lebendig begraben" war der ursprünglich vorgesehene Titel für "Jiskor", "Gebrochene Herzen" wiederum wurde laut IMDB (Unter dem Titel "Broken Hearts"/"Di gebrokhene Hertser") in den USA unter der Regie von Maurice Schwartz (der mit der Yiddish Art Group in einigen der Wiener Goldin-Filmen mitwirkte, darunter auch in "Jiskor") hergestellt.

Allerdings berichtete auch das Kino-Journal von zwei Filmen, die Goldin nach Ost und West in Wien herstellen sollte, und nennt hierbei "Libin" als Autor des Stoffes sowie Betty Gärtner und die Theatergruppe um Maurice Schwartz als Darsteller, wobei diese Aussage auch bloß auf ersteren Film bezogen sein könnte. Mir wären bisher auch keine Hinweise untergekommen, dass Goldin nach Jiskor nochmals in Wien tätig gewesen wäre. Jedenfalls berichten alle drei Filmzeitschriften von Goldins Rückkehr aus New York, mitsamt dem "Filmfachmann Mr. Goldberg", und der Absicht, in Wien und Umgebung zwei Filme herzustellen, "einen historischen und einen modernen": eben "Jiskor" ("Lebendig begraben") und "Gebrochene Herzen". Aber offensichtlich wurde Gebrochene Herzen letztlich in New York von Maurice Schwartz hergestellt. Ob es in Wien zu Problemen gekommen war? Musste die Produktion entgegen der Planungen plötzlich nach New York verschoben werden? Oder war die Produktion von "Gebrochene Herzen" zum Zeiptunkt der Berichterstattung im Mai 1924 einfach noch nicht eine so ausgemachte Sache, wie sie dargestellt wurde?
Dass Jiskor Goldins letzte Produktion in Wien war, würde auch gut mit der Entwicklung der österreichischen Filmindustrie konform gehen. Als Goldin 1921 nach Wien kam, boomte die Produktion aufgrund der schwachen Währung gerade enorm. Dieser Boom flaute mit der Inflationsbekämpfung 1923, 1924 ab und führte letztlich in eine vernichtende Krise, der nur wenige Filmhersteller in Österreich übrig ließ. Aufgrund des schlechteren Wechselkurses war Wien kein billiger Produktionsstandort mehr.
Jiskor selbst wurde jedenfalls unter Mitwirkung des
"aus sechzehn Personen bestehende[n] Ensemble des amerikanischen Künstlertheaters unter der künstlerischen Leitung von Morris Schwarz, das augenblicklich in Paris Vorstellungen gibt" aber
"in allernächster Zeit ebenfalls in Wien eintreffen [wird], um in den beiden Filmen Mr. Goldins mitzuwirken" in den Schönbrunn-Ateliers und
"in der Umgebung Wiens, hauptsächlich auf einer alten Ritterburg" hergestellt. (Der Filmbote, Nr. 22, 31. Mai 1924)
Nach Jiskor, was am 26. Oktober 1924 in Wiener Kino Premiere hatte, drehte Goldin scheinbar noch eine Weile in Wien und verließ die Stadt schließlich Richtung Warschau (Filmwelt, Nr. 32, 1924 - also ca. Ende Dezember) - ein anderes, vermutlich (so der Tenor der Film- und Theaterwissenschaft) größeres Zentrum der jiddischen Kultur - und vermutlich billiger als New York und Wien, aber kulturell eben genau so reichhaltig.
Heirat und Abreise

Wenig später vermeldete die Filmwelt noch ein letztes Mal eine Nachricht von Sidney Goldin; nämlich, dass er "vergangenen Montag" (offenbar irgendwann im Dezember, es stand in der Filmwelt-Ausgabe Nr. 34, 1924)
"Fräulein Betty Gärtner, die Hauptdarstellerin seines letzthin in Wien gedrehten Lustspieles 'Mojsche Pipik, der Graf', geheiratet" hat. Es gibt also, und das hatte ich befürchtet, noch Filme, die nie in einer Filmzeitschrift erwähnt wurden. Eine Art "Underground"-Produktion jiddischer Filme, die aufgrund der Spezialisierung auf jiddischsprachiges Publikum gar nicht erst in österreichischen Medien erwähnt wurden, und ohnehin vorrangig für jiddisches Publikum, das vorrangig anderswo auf der Welt, etwa in Warschau oder New York, lebte, gedacht war. Ich hoffe mit dieser Befürchtung nicht recht zu haben, schließlich haben es Filmwissenschaftler bisher immer irgendwie geschafft, Filmografien weitgehend zu vervollständigen, zudem gab es auch in Wien Fachblätter für jüdisches Publikum, in denen sich vermutlich auch Hinweise auf jiddische Filme finden lassen. Von einem Film des Namens "Mojsche Pipik" war jedoch im Zusammenhang mit Goldin bisher in den Filmzeitschriften bzw. deutschsprachiger Filmliteratur nie die Rede.
Goldin in Wien privatAuch persönliche Gewohnheiten und Ansichten wollten die interessierten österreichischen Filmzeitschriften damals Sidney Goldin entlocken. Die Mitarbeiterin der Filmwelt, Rosa Wachtel, hatte im Frühjahr 1922 die
"Gelegenheit, am 'Goldintisch' (denn so heißt sein Stammtisch im Café Payr) mit dem Regisseur, der im persönlichen Verkehr ein sehr liebenswürdiger und humorvoller Mensch ist, ein Stündchen zu plaudern." (Filmwelt, 1922, Nr. 8) Über dem Interview füllte ein Porträtfoto fast die ganze Seite, doch leider war es mir bei den Mikrofiche-Scans nie möglich, halbwegs brauchbare Scans der Bilder hinzubekommen. Das müsste wohl mal an Originalen in der Nationalbibliothek geschehen, immerhin gab es erstaunlich oft Porträtaufnahmen und andere Fotos von Goldin in den Wiener Filmzeitschriften zu sehen.
Das Café Payr, wo Goldin, was ich bei einem Nicht-Wiener für sehr bemerkenswert halte, seinen eigenen Stammtisch gehabt haben soll, ist eines von etwa drei Wiener Cafés, wo sich die Filmwelt in den 20er-Jahren versammelte, um geschäftliches wie privates anzubahnen oder zu besprechen.

Dass Goldin, der innerhalb von vier Jahren mindestens fünf Filme in Wien herstellte, dazwischen jedoch immer wieder für längere Zeit in New York, Warschau oder anderswo weilte, einen Stammtisch in einem Filmcafé etablierte, kann man jedoch auch als einen Beweis für die im Filmboten gebrachte Darstellung sehen, dass
"Mr. Goldin" von Wien
"ehrlich entzückt" ist.
"Er besitzt hier zahlreiche Freunde und es bereitet ihm größte Freude, in Wien arbeiten zu können. Er gab aufrichtig zu, daß, als er das letzte Mal von Wien nach Amerika zurückkehrte, er sich an das Wesen der Amerikaner und an das Tempo, mit welchem drüben gearbeitet wird, erst langsam wieder hat gewöhnen müssen. Er beabsichtigt, diesemal lange in Wien zu bleiben und verspricht sich sehr viel von seinen beiden neuen Filmen [...]" ("Gespräch mit Sidney M. Goldin", Der Filmbote, Nr. 22, 31. Mai 1924)
In der Nr. 16, 1923, berichtet die Filmwelt in einer Kurzmeldung, dass Sidney Goldin an einem
"schweren Herzleiden erkrankt" ist. Ein böses Ohmen, wenn man bedenkt, dass Goldin 1937 in einem New Yorker Krankenhaus an einem "Herzleiden" gestorben ist.
Goldins frühes SchaffenÜber Goldins Anfänge beim Film berichtete er dem Filmboten, dass er
"seit etwa 20 Jahren in der Filmindustrie arbeite, darunter acht Jahre bei der weltberühmten Firma Universal in Amerika. Er bezeichnet sich aus diesem Grunde selbst als einen Pionier des Films" Dazu muss gesagt werden, dass der Gesprächsbericht am 31. Mai 1924 erschien, Goldins Filmanfänge also etwa um 1904 zu finden sein müssten - jedenfalls auch unter der Annahme, dass Goldin oder der Filmbote bei "etwa 20 Jahren" großzügig aufgerundet hat, müsste man immer noch vor 1910 ansetzen, sonst hätten wohl eher 15 Jahre genannt werden müssen. Die ersten Filme in Goldins bekannter Filmografie stammen jedoch von 1912 - was nur mit den Angaben Goldins im Filmboten übereinstimmen würde, hätte er von 1912 bis 1920 für Universal gearbeitet. Doch, so der Filmbote weiter, habe er mit Rudolph Valentino bei Famous Players gearbeitet, woher seine Freundschaft mit Sidney Olcott rühre, dem er viel zu verdanken habe. Da gehen sich jedoch kaum acht Jahre Universal aus, zumal Goldin 1920 schon in Europa war, um in London und Prag zu drehen, so jedenfalls die Filmografie auf IMDB. Ich vermute, Goldin war schon vor 1912 in New York beim Film tätig. Diese früheste Phase des US-Films hat auch schon bei anderen Filmschaffenden für nur schwer zu erschließende Lücken gesorgt.